Wir nehmen Abschied von Prof. Dr. Mamoun Fansa
In Memory of Prof. Dr. Mamoun Fansa
Nachruf auf Prof. Dr. Mamoun Fansa
im Namen des Vorstands der Freunde des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum e.V.
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Prof. Dr. Mamoun Fansa, dem syrisch-deutschen Archäologen, Museumsdirektor und leidenschaftlichen Bewahrer des kulturellen Erbes Aleppos. Mit seinem Tod verliert die internationale Museums- und Wissenschaftswelt eine herausragende Persönlichkeit, die ihr Leben dem Dialog der Kulturen und dem Schutz historischer Erinnerung gewidmet hat.
Mamoun Fansa wurde 1946 in Aleppo geboren – eine der ältesten Städte der Welt und jahrhundertelang ein Zentrum islamischer Kunst, Wissenschaft und kultureller Vielfalt. Die Altstadt Aleppos, ihre Moscheen, Karawansereien, Basare und Wohnhäuser prägten seine Kindheit und wurden zum geistigen Ursprung seines späteren Wirkens. Nach seinem Weggang aus Syrien im Jahr 1967 setzte er seine wissenschaftliche Laufbahn in Deutschland fort und entwickelte sich zu einem international anerkannten Prähistoriker und Museumsfachmann.
Von 1995 bis 2011 wirkte Mamoun Fansa als Direktor des Landesmuseums Natur und Mensch in Oldenburg sowie als Honorarprofessor. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und engagierte sich weit über die Grenzen seines Fachs hinaus für den kulturellen Austausch zwischen Europa und dem Nahen Osten.
Besonders in den Jahren des syrischen Bürgerkriegs wurde seine Stimme zu einer der wichtigsten Mahnerinnen gegen die Zerstörung von Kulturerbe. Mit großer persönlicher Betroffenheit schrieb er gegen die Verwüstung Aleppos und anderer UNESCO-Welterbestätten. Seine Bücher, Vorträge und internationalen Initiativen machten deutlich, dass mit jedem zerstörten Bauwerk auch ein Teil menschlicher Erinnerung, Identität und Würde verloren geht.
Den Freunden des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum e.V. war Mamoun Fansa als Gründungsmitglied in besonderer Weise verbunden. Die Sammlungen islamischer Kunst und die Zeugnisse Aleppiner Kultur betrachtete er nicht nur als historische Objekte, sondern als lebendige Brücken zwischen Menschen, Religionen und Zeiten. Er verstand Museen als Orte der Begegnung, des Lernens und der gemeinsamen Verantwortung für das kulturelle Erbe der Menschheit.
Mit Prof. Dr. Mamoun Fansa verliert Aleppo einen ganz besonderen Sohn, die Archäologie einen bedeutenden Forscher und die Museumswelt einen engagierten Vermittler zwischen den Kulturen. Sein Vermächtnis bleibt.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden sowie allen Weggefährtinnen und Weggefährten in Syrien, Deutschland und darüber hinaus.
„Kultur ist Erinnerung – und Erinnerung ist die Grundlage jeder Zukunft.“
Der Vorstand der Freunde des Museums für Islamische Kunst
FMIK e.V.
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